VW W10 Prototyp auf BMW-M5-Basis

Piëch fuhr diesen M5 mit VW-10-Zylinder

VW baute 2000 einen W10-Motor in einen BMW M5. Der Prototyp steht bei einer Auktion in Belgien zum Verkauf. VW-Chef Ferdinand Piëch soll das Auto gefahren haben.

BMW M5 (E39) mit VW-W10-Motor (2000) Foto: Broad Arrow Auctions 9 Bilder

Einen Zehnzylinder-Motor hat VW nie in Serie angeboten. Erprobt wurde das Aggregat hingegen schon: Drei W10-Prototypen gab es, einen bauten die Entwickler in ein Auto ein: Ein BMW M5 E39 diente als Basis für den Umbau. Ferdinand Piëch soll das Auto während der Entwicklungszeit genutzt haben. Broad Arrow versteigert den fahrbereiten Prototypen am 9. Oktober 2026 während der Zoute-Auktion in Belgien. Der Schätzpreis liegt bei 250.000 bis 350.000 Euro. Ein zweiter Motor gehört zum Paket.

W10-Prototyp im BMW M5 E39

Der Prototyp hat eine slowakische Zulassung, zuletzt 2025 einen Service erhalten und kein ABS, kein ESP, keine Traktionskontrolle. Das Interieur ist mit schwarzem Leder ausgestattet. Bis auf die Prototypen-Instrumente mit Stack-Drehzahlmesser und Zusatzinstrumenten auf der Mittelkonsole entspricht das Interieur einem serienmäßigen BMW M5 der Baureihe E39. Die Limousine ist in Carbonschwarz lackiert und hat ein schwarzes Interieur. Die Entwicklung des Autos soll zwei Millionen Euro gekostet haben, geleitet hat das Projekt Sabine Willeke. Das Auto steht nicht zum ersten Mal zum Verkauf: 2023 hatte die belgische Firma GDM Motors den M5 mit W10 angeboten und 2025 wurde er auf der Techno Classic in Essen angeboten.

Laut Auktionshaus hat der Motor im M5-Prototyp 480 PS Leistung und 592 Newtonmeter Drehmoment. Das sind 80 PS und rund 90 Newtonmeter mehr, als BMW aus dem Hochdrehzahl-Triebwerk S62 holt. Für einen Saugmotor mit fünf Liter Hubraum eine enorme Leistung.

Besseres Leistungsgewicht als ein M5 E39

Laut Daten wiegt das Auto rund 1.800 Kilogramm, was in etwa dem Leergewicht eines serienmäßigen BMW M5 entspräche. Wie im Serienauto wird die Leistung über ein Sechsgang-Schaltgetriebe und die Hinterräder auf die Straße gebracht. Die Optik ist nach außen vollkommen unverändert. Unter der Haube ist es mit der Serienoptik vorbei: Der Motor trägt viel Carbon und keinen Schriftzug, Verkleidungen fehlen fast völlig. Einige Teile sind sorgfältig beschriftet, andere mit Kabelbinder befestigt.

Ein BMW M5 E39 war zu seiner Zeit eine der besten, schnellen Oberklasse-Limousinen, die für Geld zu haben waren. Mit 400 PS und 500 Newtonmeter aus einem Fünfliter-V8 erreicht der Viertürer nach 20 Sekunden aus dem Stand 200 km/h. Damit eignet sich der M5 für schnelle, lange Autobahnetappen genauso wie für die Nordschleife des Nürburgrings, die er im Supertest von sport auto im Frühjahr 1999 in 8:28 Minuten umrundete. Heute kosten gute Exemplare etwa die Hälfte des Neupreises von einst rund 75.000 Euro.

Motorenfamilie vom W8 bis zum W16

Welche Zeit der schwarze BMW M5 E39 Prototyp für die Nordschleife benötigt, den Broad Arrow am 9. Oktober 2026 bei einer Auktion in Belgien zum Verkauf anbietet, ist unbekannt. Auch der Motor dürfte weitgehend unbekannt sein: Unter der Haube steckt ein Zehnzylinder von VW. Ferdinand Piëch, von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, hatte die Entwicklung einer Motorenfamilie mit acht, zehn, zwölf und 16 Zylindern in Auftrag gegeben. Ursprünglich hatte der Ingenieur und Manager im japanischen Shinkansen zwischen Osaka und Tokio sogar einen 18-Zylindermotor auf die Rückseite eines weißen Briefumschlags gezeichnet, diese Idee später jedoch verworfen.

100 PS mehr als ein M5-Motor

In Serie ging schließlich eine W-Motorenfamilie: ein W8 im Passat-Topmodell, ein W12 als Saugmotor im Phaeton und mit Biturbo-Aufladung für den Bentley-Continental sowie der bekannte 16-Zylinder-Quadturbo im Bugatti Veyron. Ein Zehnzylinder kam nie.

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