Technik-Detail im Porsche Carrera GT
Warum die Keramik-Kupplung so empfindlich ist
Im Porsche Carrera GT steckt eine Kupplung, die so klein ist wie eine Untertasse. Was sie so empfindlich macht und was ein Tausch kosten kann.
05.09.2026 Redaktion auto motor und sport
Foto: Hersteller
Im Carrera GT sitzt eine Zwei-Scheiben-Keramik-Trockenkupplung namens PCCC, deren Durchmesser nur 169 Millimeter beträgt. Diese Kompaktbauweise entstand, weil der Antriebsstrang sehr tief im Auto liegt und der Platz knapp ist.
Trockenkupplung heißt: Die Reibflächen laufen ohne Ölbad, ähnlich wie bei vielen klassischen Schaltwagen. Zwei Scheiben bedeuten: Mehr Reibflächen auf engem Raum, damit das Motordrehmoment übertragen werden kann.
Dazu passt der Rest des Konzepts: ein handgeschaltetes 6-Gang-Getriebe und ein 5,7-Liter-V10-Saugmotor mit 612 PS. Im Ergebnis ist die PCCC kein Nebenbauteil, sondern ein Schlüssel dafür, dass dieser Hochdrehzahl-V10 überhaupt in das Layout des Carrera GT passt.
So arbeitet die Kupplung
Eine Kupplung überträgt das Motordrehmoment zum Getriebe und kann es beim Anfahren stufenlos aufbauen. Beim Gangwechsel trennt sie den Kraftfluss kurz, damit sich das Getriebe sauber schalten lässt.
Technisch funktioniert das über Reibung: Anpresskraft mal Reibwert ergibt die Kraft, die zwischen Belag und Gegenfläche "hält". Steigt die Belastung, hilft mehr Anpresskraft – aber nur bis zu dem Punkt, an dem die Flächenpressung den Belag schädigt.
Beim Anfahren entsteht zudem Wärme, weil ein Teil des Drehmoments in der Kupplung "verheizt" wird. Deshalb müssen Bauteile wie Schwungrad und Druckplatte nicht nur Kräfte übertragen, sondern auch thermisch aushalten.
Tücken und Wartungskosten
Im Carrera GT gilt die Keramikkupplung als sehr empfindlich und verzeiht Fahrfehler wenig. Das Anfahren benötigt viel Feingefühl.
Für Besitzer wird das schnell zur Kostenfrage: Ein Kupplungstausch kann leicht in den fünfstelligen Bereich gehen. Das passt zur generellen Einordnung des Carrera GT als Auto mit hohen Wartungskosten.
Wichtig ist dabei die Erwartung: Die PCCC ist keine Komfortlösung, sondern eine kompromissorientierte Technik. Wer einen Carrera GT fährt oder kauft, sollte deshalb nicht nur den V10-Motor und das Schaltgetriebe im Blick haben, sondern auch die potenziellen Folgekosten dieser Keramikkupplung.