Youngtimer-Kauftipps

6 Cabrios bis 12.000 Euro

Mit diesen Cabrios von Alfa Romeo bis Saab fahren Sie offen in den Sommer: Frischluft-Fahrspaß und Charakter für weniger als 12.000 Euro.

6 Youngtimer-Cabrios bis 12.000 Euro Foto: Archiv/Montage auto motor und sport 18 Bilder

Auf die Eisheiligen folgen sommerliche Temperaturen. Spätestens dann erhöht ein Cabrio die Lebensqualität: Mit dem Verdeck fällt der Stress weg, alltägliche Fahrten aus dem Büro oder zum Einkaufen werden zum Kurzurlaubs-Trip. Alle Sinne nehmen die Umgebung mit geschärfter Aufmerksamkeit wahr. Dieses ganz besondere Fahrvergnügen bieten inzwischen kaum noch Hersteller ab Werk an. Doch zum Glück ist aus den 1990er- und 2000er-Jahren eine große Vielfalt an Cabrios verfügbar. Manche sagen, es ist die beste Zeit des Automobilbaus: Sicherheitsausstattungen wie ABS und Airbags waren vor gut 20 Jahren schon selbstverständlich, Komfortausstattungen wie Klimaanlage und Sitzheizung kein Luxus mehr. Gleichzeitig war die Fertigungsqualität und Rostvorsorge mindestens so gut wie heute.

6 Cabrio-Kauftipps für unter 12.000 Euro

Ein gutes Cabrio muss deshalb nicht teuer sein: Für ein Budget von bis zu 12.000 Euro lässt sich der Traum vom eigenen offenen Auto problemlos verwirklichen. Wir haben uns auf die Suche gemacht und sechs spannende Kandidaten aus den 1990er und frühen 2000er Jahren für Sie zusammengestellt. Vom puristischen japanischen Roadster über den eleganten Franzosen bis zum schwedischen Turbo-Cruiser ist für jeden Geschmack etwas dabei. Erfahren Sie hier, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Modelle haben und worauf Sie beim Kauf unbedingt achten sollten.

Audi TT Roadster 8N 1.8 T

  • Bauzeit: 1999 bis 2006
  • Motor: R4, Turbo, 1781 ccm, 123 kW/180 PS
  • Preis: 9.300 Euro (guter Zustand, Quelle: Classic-Analytics)

Audi erregt ab 1995 mit der TT-Studie Aufsehen und baut das minimalistisch gestaltete Coupé ab 1998 tatsächlich in Serie. Der Roadster kommt 1999 auf den Markt und überrascht im Vergleichstest von auto motor und sport mit einem Sieg gegen den Porsche Boxster.

Bestnote für die Verarbeitung

Mit der guten Ausstattung, seinem starken Fünfventil-Turbomotor, dem ordentlichen Federungskomfort und seiner steifen Karosserie sammelt der Ingolstädter mehr Punkte als sein teurerer Konkurrent aus Zuffenhausen. Für die Verarbeitung bekommt der TT sogar die Bestnote – Elemente aus Aluminium und enge Spaltmaße zeigen, dass Audi bei dem Roadster nicht gespart hat.

Keine größeren Probleme beim TT

Das bewährt sich auch heute, denn bis auf Pixelfehler und kleinere Elektrikprobleme mit dem Serienradio kennt das TT-Interieur keine Schwächen. Auch der Motor ist robust und dankt regelmäßige Wartung sowie Verzicht auf Tuningmaßnahmen mit langem, problemlosem Leben.

Wer sich auf die Frontantriebs-Version beschränkt, spart Geld und Gewicht. Eine smarte Wahl, außerdem sind die Modelle mit 150 bis 190 PS am Markt leichter zu finden als die Spitzenmodelle mit 225-PS-Turbo. Teuer und selten ist der 3,2-Liter-VR6.

Alfa Romeo Spider 2.0 TS 16V (Typ 916)

  • Bauzeit: 1994 bis 1998
  • Motor: R4, 1970 ccm, 110 kW/150 PS
  • Preis: 9.800 Euro (guter Zustand, Quelle: Classic-Analytics)

Ja, es ist nicht der Spider aus dem Kinofilm "Reifeprüfung" mit Dustin Hoffman am Steuer und Mrs. Robinson auf dem Beifahrersitz. Und doch ist es ein Alfa Romeo, wie es ihn heute nicht mehr gibt: unverwechselbares Pininfarina-Design, charismatische Motoren.

Preisfrage: V6 oder Vierzylinder?

Mit etwas Glück passt sogar einer mit Dreiliter-V6 ins Budget, doch auch ein Twin-Spark-Vierzylinder mit geringer Laufleistung und guter Historie kann reizvoll sein. Denn mit dem Vierzylinder ist der 916 Spider zwar weniger klangvoll, aber leichtfüßiger unterwegs.

Bei allen Motoren sollten Käufer auf den pünktlichen Wechsel des Zahnriemens achten, beim V6 zudem auf Ölverlust und eine rupfende Kupplung.

Verzinkt und deshalb rostarm

Weil die Karosserieteile verzinkt oder aus Kunststoff gefertigt sind, rostet der 916 Spider allenfalls an den Unterbodenkanten. Die Heckscheibe des Verdecks neigt zu Rissen, die Seitenscheiben zum Klappern, die Verarbeitung zu Schwankungen. Das Verdeck sollte ohne Probleme auf- und zugehen.

Wenn alles passt und in Ordnung ist, macht das sorgfältig abgestimmte Fahrwerk beim Fahren Laune und spätestens mit seinem liebevoll gestalteten Interieur lenkt der Spider erfolgreich von seiner profanen Frontantriebs-Basis ab.

Mazda MX-5 NA

  • Bauzeit: 1995 bis 1997
  • Motor: R4, 1598 ccm, 66 kW/90 PS
  • Preis: 12.000 Euro (guter Zustand, Quelle: Classic-Analytics)

Als der Mazda MX-5 1989 debütiert, ahnt niemand, dass er eine neue Ära für leichte, erschwingliche Sportwagen einläutet. Inspiriert vom Lotus Elan, kombiniert er klassisches Design mit moderner Technik und wird zur Blaupause für spätere Modelle wie BMW Z3, Mercedes SLK und Porsche Boxster. Besonders in den USA feiert der als Miata bekannte Roadster große Erfolge.

Leichtgewicht mit viel Wind im Cockpit

Sein geringes Gewicht von nur 955 kg sorgt für agiles Handling, ohne dabei den Komfort zu vernachlässigen. Die offene Fahrt bietet reinen Roadster-Spaß, weit entfernt von modernen Cabrios mit Windschotts und Sitzheizungen. Wer größer ist als 1,80 Meter, sollte unbedingt probesitzen.

Ein unkomplizierter Roadster

Der vorn längs eingebaute Vierzylinder mit – je nach Baujahr und Hubraum – 90 bis 131 PS und fünf Gängen überträgt die Kraft auf die Hinterräder. Die selbsttragende Karosserie mit Doppelquerlenker-Achsen vorne und hinten sorgt für präzise Fahrdynamik. Wartungsprobleme sind selten, doch Rost kann an den hinteren Radhäusern und an den Schwellern auftreten. Die Zündanlage neigt zu Verschleiß, und die hinteren Bremsen können festgehen.

Mercedes SLK 230 Kompressor

  • Bauzeit: 1996 bis 2000
  • Motor: R4, Kompressor, 2295 ccm, 142 kW/193 PS
  • Preis: 11.000 Euro (guter Zustand, Quelle: Classic-Analytics)

Als Mercedes 1996 den SLK auf den Markt bringt, sind Kunden und Tester begeistert: Der vier Meter kurze Roadster kostet den Gegenwert einer E-Klasse weniger als ein SL, bietet mit seinem Kompressormotor sportliche Fahrleistungen und liefert auf Landstraßen so viel Fahrspaß wie kein anderer Mercedes Mitte der 1990er.

Das Ballett des Vario-Dachs

Die ingenlöse Choreografie des Vario-Dach genannten Blech-Klappdachs, das nach dem Druck auf eine rot leuchtende Taste innerhalb von 25 Sekunden im Kofferraum verschwindet, sorgt für Aufsehen und funktioniert bis heute problemlos. Wenn nicht, kann das an einem Mikroschalter, der Hydraulikpumpe oder einem Hydraulikzylinder liegen und bietet Raum für Preisverhandlungen.

Die Preise sind günstig

Rost trifft den SLK nicht so stark wie seine Basis, die C-Klasse der Baureihe W 202, ist aber bei vielen Exemplaren ein Thema. Verschleiß am Fahrwerk kann ins Geld gehen, doch in der Versicherung ist der SLK sehr günstig. Die Preise sind es auch, doch wie lange noch? Gute Exemplare steigen im Wert.

Peugeot 306 2.0 Cabrio

  • Bauzeit: 1994 bis 1997
  • Motor: R4, 1998 ccm, 89 kW/121 PS
  • Preis: 7.100 Euro (guter Zustand, Quelle: Classic-Analytics)

Bügelfrei ist es, billig – und betörend. Dass das viersitzige 306 Cabrio ganz ohne Effekthascherei auskommt, macht den einstigen Golf-Konkurrenten zeitlos schön, dass es das letzte Pininfarina-Cabrio der Löwenmarke ist, zudem historisch interessant. Einher geht der Chic mit technischer Großserien-Konfektionsware. Klingt nach einem Cabrio aus dem siebten Youngtimer-Himmel, ist es aber nur, wenn man ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachtet. Zwar ist Rost selten ein Problem, Detailmängel wie korrodierte Auspuffanlagen, Elektrik- und Fahrwerksprobleme, streikende Wegfahrsperren oder ein zu lange nicht gewechselter Zahnriemen trüben den guten Eindruck indes häufiger.

Sondermodelle sind eine Sünde wert

Auch sollte man nicht mit allzu viel Gepäck planen, wenn eine Reise, zumal zu viert, ansteht, der 274 Liter fassende Kofferraum ist dann nämlich schnell überfordert. Und man sollte weiche Sitze, Plastik und, je nach Version, Holz-Imitat mögen. Die gut ausgestatteten Sondermodelle mit klangvollen Namen wie Roland Garros oder Saint Tropez sind eher eine Sünde wert, die Suche nach gepflegten Exemplaren kann sich auszahlen. Selbst für sie werden selten mehr als 4.000 Euro aufgerufen.

Der größte Haken ist das häufig hakende elektrohydraulische Verdeck, Serie erst nur beim 2,0-Liter, ab Modelljahr 2000 dann auch bei den 1,6- und 1,8-Liter-Versionen, wobei es 1,8- und 2,0-Liter auch als Vierventiler gab. Als ausgewogenste Variante gilt der 2,0-Liter-Zweiventiler (94–97) mit 121 PS. Doch schon die 88 PS der Basis reichen fürs große Glück im Kleinen.

Saab 9-3 2.0 Turbo SE Cabriolet

  • Bauzeit: 1998 bis 2003
  • Motor: R4, Turbo, 110 kW/150 PS
  • Preis: 10.000 Euro (guter Zustand, Quelle: Classic-Analytics)

Beim Modell- und Namenswechsel vom 900 zum 9-3 änderte Saab Hunderte Teile. Der Nachfolger des klassischen 900 war der erste Saab nach der Übernahme von General Motors; Bodengruppe und Hinterachse stammen von Opel. Doch die charakterbildenden und drehmomentstarken Turbomotoren, intern H-Engines blieben. Sie treiben wie gehabt die Vorderräder an, sind nun aber quer statt längs eingebaut.

Turbomotoren von 150 bis 225 PS

Als besonders harmonisch gelten die Versionen mit 150 und 185 PS. Seltener und teurer sind Aero und Viggen mit 205 und 225 PS. Souveränes Fahren ist mit allen Varianten möglich. Sportliche Ambitionen begrenzt das auf Komfort ausgelegte Fahrwerk mit simpler Verbundlenker-Hinterachse – ein 9-3 ist kein Dreier-BMW.

Checks vor dem Kauf: Rost, Öl, Wartung

Die Werke in Trollhättan und Uusikaupunki konservierten Karosserien sorgfältiger gegen Rost als etwa Opel in Rüsselsheim. Federbeindome und Schweller können nach über 20 Jahren dennoch rosten. Das Interieur altert kaum. Bei den Motoren können die Zündkassetten schwächeln, auch Drosselklappen und Turbolader verdienen einen kritischen Blick. Die Ölwechselintervalle sollten unbedingt eingehalten und die Wartungen dokumentiert sein. Ersatzteile gibt es bei spezialisierten Händlern.